CBAM: Standardwerte und Verifizierung werden konkret
Die Europäische Kommission hat einzelne CBAM-Standardwerte rückwirkend ab 1. Jänner 2026 korrigiert. Betroffen sind unter anderem Zuordnungen und Standardwerte für bestimmte Waren aus den Bereichen Eisen und Stahl sowie Aluminium.
Gleichzeitig schreitet die praktische Umsetzung der Verifizierung voran. Seit 1. September 2026 können akkreditierte CBAM-Prüfer Zugang zum CBAM-Register beantragen. Ab 2027 sollen Verifizierungsberichte unmittelbar im Register erstellt und von Importeuren für ihre CBAM-Erklärungen genutzt werden können.
Für Unternehmen bedeutet das: Es lohnt sich, bisher verwendete Standardwerte, Emissionsdaten und die Datenbereitstellung durch Lieferanten nochmals zu überprüfen.
USA: Neue Zollvorteile – aber der Ursprung entscheidet
Seit 1. Juli 2026 gelten für bestimmte Waren mit Ursprung in den USA neue Zollbegünstigungen. Je nach Ware können Einfuhrzölle reduziert oder ausgesetzt werden beziehungsweise Zollkontingente zur Verfügung stehen.
Eine Besonderheit ist dabei besonders wichtig: Derzeit liegen der Begünstigung keine klassischen Präferenzursprungsregeln zugrunde. Entscheidend ist vielmehr der nichtpräferenzielle Ursprung der Ware. Unternehmen müssen daher belegen können, dass die betreffende Ware tatsächlich US-Ursprung hat.
Auch der Nachweis der Direktbeförderung beziehungsweise der Nichtveränderung kann relevant sein.
Für Importeure heißt das: Zollvorteile sollten nicht nur tariflich geprüft werden – ebenso wichtig sind Ursprung und Dokumentation.
EU–Mexiko: Neue Präferenzregeln und REX statt EUR.1
Mit dem modernisierten Handelsabkommen zwischen der EU und Mexiko stehen auch Änderungen bei den Präferenznachweisen bevor.
Die bisherige Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 soll entfallen. Künftig soll die Ursprungserklärung als Präferenznachweis dienen. Bei einem Warenwert von mehr als 6.000 Euro wird dabei die Registrierung als Registrierter Exporteur (REX) relevant. Gleichzeitig soll REX den bisherigen Ermächtigten Ausführer ersetzen.
Unternehmen mit Mexiko-Geschäft sollten daher rechtzeitig prüfen, ob ihre Ursprungsprozesse, Nachweise und gegebenenfalls ihre REX-Registrierung vorbereitet sind.
Nordamerika: Zusatz- und Gegenzölle erhöhen die Bedeutung des Ursprungs
Auch außerhalb der EU bleibt das Zollumfeld dynamisch. Neue zusätzliche Zölle zwischen den USA und Kanada zeigen, wie stark Warenursprung, Tarifierung und Lieferkette miteinander verbunden sind.
Bei bestimmten kanadischen Waren können in den USA hohe Zusatzzölle anfallen; selbst eine USMCA-Präferenz schützt nicht automatisch vor diesen Maßnahmen.
Kanada wiederum erhebt seit September auf verschiedene Waren mit US-Ursprung zusätzliche Zölle. Auch hier ist ausdrücklich der Ursprung und nicht lediglich das Versandland entscheidend.
Für Unternehmen mit nordamerikanischen Lieferketten gilt daher mehr denn je: Ursprung und tatsächliche Zollbelastung sollten bereits bei Einkauf, Kalkulation und Vertragsgestaltung berücksichtigt werden.
Ebenfalls im Blick behalten: EUDR, F-Gase und Digitaler Produktpass
Neben Zoll und CBAM sollten Unternehmen im zweiten Halbjahr 2026 auch weitere regulatorische Themen nicht aus den Augen verlieren.
EUDR betrifft Unternehmen, die mit den erfassten Rohstoffen und Erzeugnissen handeln. Lieferketten, Lieferantendaten und Sorgfaltspflichten sollten deshalb rechtzeitig in die internen Prozesse integriert werden.
F-Gase bleiben insbesondere für Importeure und Exporteure bestimmter Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik sowie anderer betroffener Produkte ein relevantes Compliance-Thema.
Mit dem Digitalen Produktpass (DPP) gewinnt außerdem die strukturierte Bereitstellung von Produkt- und Lieferkettendaten zunehmend an Bedeutung. Unternehmen sollten frühzeitig klären, welche Daten vorhanden sind, wo sie geführt werden und wer intern für deren Qualität verantwortlich ist.
Diese drei Punkte sind als ergänzende Erinnerung gedacht; sie stammen nicht aus den beiden von dir übermittelten Zoll-/CBAM-Unterlagen.
Unser Fazit
Die Entwicklungen zeigen einen klaren Trend: Zoll, Ursprung, Nachhaltigkeit und Produkt-Compliance wachsen immer stärker zusammen.
Für Unternehmen reicht es daher zunehmend nicht mehr aus, einzelne Vorschriften isoliert zu betrachten. Entscheidend wird eine verlässliche Datenbasis entlang der gesamten Lieferkette – von Warennummer und Ursprung über Lieferantennachweise bis zu Emissions- und Produktdaten.
Nicht jede Änderung verursacht automatisch Handlungsbedarf. Entscheidend ist, frühzeitig zu erkennen, was die eigenen Waren und Prozesse tatsächlich betrifft.
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