Trade Compliance News | Mai 2026

Im Mai 2026 standen weltweit zahlreiche Änderungen im Zoll-, Sanktions- und Präferenzhandelsrecht im Fokus. Besonders relevant sind neue EU-Zollmaßnahmen für Kleinsendungen, mehrere Antidumpingverfahren gegen chinesische Waren sowie aktualisierte Sanktionen gegen Russland, Cyberakteure und weitere gelistete Personen und Organisationen.

Die EU plant ab 1. Juli 2026 einen pauschalen Zollsatz von 3 EUR auf Kleinsendungen unter 150 EUR, sofern diese über das IOSS-Verfahren abgewickelt werden. Zudem wurde politisch eine Umsetzung zentraler Elemente des EU-US-Handelsabkommens erreicht, einschließlich Zollabbau für US-Industriegüter und Schutzmechanismen für EU-Interessen.

Im Bereich Antidumping wurden neue Maßnahmen angekündigt oder beschlossen. Die EU erhebt vorläufige Antidumpingzölle auf PET-Spinnvliesstoffe aus China und endgültige Zölle auf Adipinsäure aus China. Auch Australien, Kanada, Indien, die Türkei und die USA haben neue Untersuchungen, Verlängerungen oder endgültige Entscheidungen zu betroffenen Waren eingeleitet.

Bei Sanktionen und eingeschränkten Parteien wurden insbesondere Russland-bezogene Maßnahmen ausgeweitet. Die EU ergänzte ihre Sanktionslisten, die Schweiz übernahm weitere EU-Listungen, und das Vereinigte Königreich führte zusätzliche Handelsbeschränkungen für Russland ein. China verschärfte außerdem Exportkontrollen für Vorläuferchemikalien in Richtung USA, Kanada und Mexiko.

Im Präferenzhandel entwickelten sich mehrere Abkommen weiter. Kanada billigte das CEPA-Abkommen mit Indonesien, das neue EU-APS soll ab 2027 gelten, und beim EU-Mercosur-Abkommen sowie bei Verhandlungen mit Mexiko, den Philippinen und Malaysia gab es Fortschritte. Für Unternehmen bleiben Ursprungsregeln, Zollvorteile und Übergangsfristen besonders prüfungsrelevant.

Auch WTO und WZO meldeten wichtige Entwicklungen. Die WTO befasste sich unter anderem mit Lieferkettenstörungen in der Schifffahrt, Schutzmaßnahmen zu Aluminiumprofilen und Reifen sowie Transparenz bei Ursprungsregeln. Die WZO legte den Schwerpunkt auf Zollmodernisierung, digitale Datenmodelle und neue Technologien im Zollumfeld.

Kurzfazit: Unternehmen sollten ihre Zolltarifdaten, Sanktionsprüfungen, Antidumping-Risikowaren und Präferenzkalkulationen zeitnah überprüfen. Besonders betroffen sind E-Commerce-Sendungen, Waren mit China-Bezug, Russland-relevante Lieferketten sowie Geschäfte mit neuen oder modernisierten Freihandelsabkommen.

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