Neue Herausforderungen im Warenverkehr mit dem Vereinigten Königreich (ausgenommen Nordirland)

Noch sind die Einstiegshürden im Warenverkehr mit dem Vereinigten Königreich alles andere als reibungslos, weil eine deutliche Überforderung von Zoll-, insbesondere aber von nicht oder schlecht geschultem Dienstleistungspersonal der Zollagenturen zu Endlosstaus und überfüllten IBF Locations führen, schon gibt es neue Aufgaben, die es zu lösen gilt.

 

 

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Jahrzehnte lange Zusammenarbeit mit einem britischen Lohnveredelungsbetrieb, der als Spezialunternehmen die Assemblierung der von Ihnen vertriebenen Motoren durchgeführt hat.

Um die Assemblierung der Motoren durchführen zu können,  beschicken Sie als Herstellungsbetrieb den Lohnveredelungsbetrieb mit Motorblöcken, die Sie direkt von Ihrem Vorlieferanten mit Sitz in einem anderen EU Mitgliedstaat in das Vereinigte Königreich versenden lassen. Weitere Motorkomponenten, wie beispielsweise  Zahnräder, Ölleitungen, Dichtungen, Dichtungssätze, Kolben, Kobenringe, Schrauben, Beilagscheiben u.a.m. beschicken Sie von Ihrem Betriebsstandort aus.

Die Vormaterialien wurden im EU Ausland, aber auch im Drittland zugekauft. Das drittländische Material wurde anlässlich der erstmaligen Verbringung in das Zollgebiet der EU zum freien Verkehr überlassen.

Nach erfolgter Assemblierung im Vereinigten Königreich gelangen die Motoren als Halbfertigwaren an ihren Herstellungsbetrieb zurück.

Bisher, also bis zum 31. Dezember 2020, mussten Sie keinerlei Überlegungen anstellen, spielten doch Präferenzregeln und zollrechtliche Veredelungsprozesse keine Rolle.  Die Vormaterialien gelangten ohne komplexe Prozesse in das Vereinigte Königreich, die Halbfertigware gelangte ohne Zollkontrolle an Sie zurück.

Ein in der EU ansässiges Lohnveredelungsunternehmen, das eine vergleichbare Produktionsqualität sicherzustellen in der Lage ist, ist weit und breit nicht in Sicht.

Als Motorenhersteller haben Sie sich ab sofort eine Fülle an Fragen zu stellen:

Haben die zugekauften Vormaterialien autonomen EU Ursprung? Gelingt es, die entsprechenden Lieferantenerklärungen zu beschaffen?

Unter welchen Kriterien können die Motoren präferenzbegünstigt in das Zollgebiet der EU eingeführt werden? Wie lauten die Ursprungskriterien? Was bedeutet MaxNOM 50 % EXW

Gelingt Ihnen die Beantwortung der Fragen nur unzureichend oder gar nicht, was dann?

Müssen die Beistellmaterialien im Rahmen der passiven Veredelung nach Großbritannien vorübergehend ausgeführt werden, um sie zu wirtschaftlich günstigen Bedingungen durch Mehrwertverzollung in das Zollgebiet der EU wiedereinführen zu können?

Da die Motorblöcke aus Kostengründen auch zukünftig direkt aus jenem Mitgliedstaat, in dem der Vorlieferant ansässig ist, in das Vereinigte Königreich versendet werden, stellt sich die Frage, ob eine formellen Bewilligung gem. Art. 211 Abs.1 Buchstabe a UZK i.V.m. Art. 163 Abs. 2 UZK-DA erforderlich ist?

Bei welcher Zollbehörde ist der Antrag auf Bewilligung der passiven Veredelung zu stellen?

Hat der Lohnveredeler in Großbritannien die Beistellmaterialien in die aktive Veredelung zu überführen? Benötigt auch er eine formelle Bewilligung des HMRC?

Ein Teil der in das Zollgebiet zurücklangenden Motoren sind für einen Drittstaat bestimmt? Sind diese Motoren, die als Halbfertigware in das Zollgebiet zurück gelangen, einer Anschlussveredelung (aV) zuzuführen? Ist dafür eine formelle Bewilligung erforderlich?

Hat die EU mit den Zieldestinationen Freihandelsabkommen abgeschlossen, die es mit zu berücksichtigten gilt

Wurde eine Wirtschaftlichkeitsrechnung angestellt, um Kosten und Nutzen 

                                                    Zölle / besondere Verfahren (Aufwände)

zu analysieren?

Höchste Zeit also, sich eines professionellen Beraters zu bedienen, der Ihnen gerne Auskunft über die Komplexität der Prozesse gibt und gemeinsam mit Ihnen eine Kosten-/Nutzenanalyse anstellt und Sie bei der Beschaffung der erforderlichen Bewilligungen unterstützt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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